Als fliegender Holländer in Leipzig


Herr de Moll, Sie arbeiten nun seit über 30 Jahren in der Zahntechnik, was hat sich in dieser Zeit verändert?

So wie fast in allen Bereichen des ehemaligen Handwerks, z.B. in der Automobilindustrie, hat die moderne CAD/CAM-Technik in den letzten 10 Jahren auch die Zahnmedizin erreicht. Die CAD/CAM-Fertigungstechnik wird nun nicht mehr nur von der Großindustrie genutzt, sondern schafft auch in der stark handwerklich geprägten Dentalbranche viel mehr Möglichkeiten.


Was unterscheidet die Dentaltechnik von anderen Industriezweigen?

Im Gegensatz zur „Fließbandarbeit“ in der Industrie, wo nach einem Entwurf tausendfach produziert wird, fertigen wir jedes Produkt individuell für einen Patienten an. Fachtechnisch wird das „Mass Customization“, auf Deutsch „Kundenindividuelle Massenproduktion“, genannt. Die Herausforderung liegt darin, die komplexen zahntechnischen Kenntnisse mit den wirtschaftlichen Vorteilen der Produktion mittels CAD/CAM-Technologie zu kombinieren.


Die CAD/CAM-Technik ist nun nicht mehr aus dem Dentalbereich wegzudenken. Wie kann man mit dem Fortschritt überhaupt noch mithalten?

Um tolle Ideen- und Innovationsgedanken auch umzusetzen, mussten wir viele Dinge, wie z.B. die CAD-Software, verbessern. Dafür haben wir gemeinsam mit Spezialisten eine eigene Software entwickelt.
So hat sich das Puzzle langsam zusammengesetzt und wir können nun weitere neue und qualitativ hochwertige Produkte am Markt anbieten.


Welche Neuentwicklungen hat die Infix-Krone mit sich gebracht?

Da wir nun auch Infix-Kronen anbieten hat sich die Frage gestellt, womit diese abgeformt werden sollen. Damit wir unseren hohen Qualitätsstandard halten können, haben wir neben unserem Triple Tray Löffel ein neues Produkt in Angriff genommen: unseren halbseitigen und thermoplastisch verformbaren Löffel. Gemeinsam mit CLAN, Hersteller des bekannten Schreinemakers-Löffels, konnten wir diese Vorstellungen verwirklichen. Der „Froschlöffel“, wie wir ihn gerne nennen, ermöglicht eine, dem Ganzlöffel-Abdruck gleichwertige Abformung und lässt keinerlei Nachteile erkennen. Die ersten Anwenderreaktionen sind außerordentlich positiv.


Welche neuen Projekte gibt es?

Ich denke die Möglichkeiten des Einsatzes der CAD/CAM-Technologie in der Zahnmedizin sind noch lange nicht ausgeschöpft. Diese werden wir auch weiterhin erkennen und nutzen, insbesondere für den Praxislaborbereich. Wir freuen uns, unsere Kunden immer wieder zu überraschen und die computerunterstützte Produktentwicklung weiter voranzutreiben.

Herr de Moll, wir danken Ihnen für das Gespräch.