Lithiumdisilikat (IPS e.max® CAD, Ivoclar Vivadent, Schaan, Liechtenstein) ermöglicht durch seine hohe initiale Biegefes- tigkeit eine Versorgung zerstörter Zahnsubstanz mit Voll- keramikkronen, ohne dass über ein Zirkonoxidgerüst die notwendige Stabilität erreicht werden muss. Damit kann mit einem Material das komplette Spektrum der Einzelzahn- versorgung Inlay-Teilkrone-Krone mit der CAD/CAM-Technologie abgedeckt werden.
Bis vor einiger Zeit stand dem Zahnarzt bzw. Zahntechniker zunächst nur eine Transluzenzstufe zur Verfügung- mittler- weile werden Keramiken unterschiedlicher Transluzenzen
angeboten: HT (high translucency) und LT (low translucency). Neben der Farbbestimmung wird nun auch vom Zahnarzt eine Festlegung der gewünschten Transluzenz verlangt.
Um eine perfekte Integration der Restauration im Patientenmund zu erreichen darf der optische Einfluss der Stumpffarbe nicht unterschätzt werden. Für eine natürlich wirkende Vollkeramik genügt es nicht, die Zahnfarbe lediglich anhand der Nachbarzähne festzulegen, sondern es muss auch bestimmt werden, welche Farbe der beschliffene Stumpf besitzt (Abb 1a-c).

Abb 1a: Ausgangssituation: wurzelkanalbehandelter, verfärbter 45
Abb 1b: Farbbestimmung der Nachbarzähne in A2 (Farbschlüssel: IPS e.max® CAD, Ivoclar Vivadent)
Abb 1c: Bestimmung der Stumpffarbe in ND8 (Farbschlüssel: IPS Natural Die Material, Ivoclar Vivadent)

Tab 1: Tabelle zur Blockauswahl IPS e.max® CAD, Ivoclar Vivadent AG, Schaan / Liechtenstein
Wird dies nicht beachtet, so ist der Misserfolg gewiss (Abb. 2a - c).


Abb 2a: Im direkten Vergleich mit den Nachbarzähnen ist die Farbe gut getroffen (hier IPS e.max® CAD; A2 LT)
Abb 2b: Platziert zeigt die Krone jedoch ein deutliches „Vergrauen“
Abb 2c: links mit Krone in A2 LT, rechts Zahn im Original: es ist keine zufriedenstellende Verbesserung der Ästhetik erkennbar
Ist eine bestimmte Kombination aufgrund zu starker Verfär- bung nicht möglich, so muss als Alternative eine keramisch verblendete Kronenversorgung erwogen werden, bei der durch ein opakes Gerüst (Zirkoniumdioxid oder Metall) die verfärbte Zahnsubstanz maskiert werden kann, oder aber der Zahnstumpf wird durch ein Bleaching aufgehellt (Abb. 3a).
Legt der Zahnarzt mit dem Wissen um die Wichtigkeit der Stumpffarbe die Farbe fest, in welcher die Krone hergestellt werden soll, so können unangenehme Überraschungen bei Einproben vermieden und ästhetisch hochwertige Ergebnisse erzielt werden (Abb 3b).