absolute Ceramics lud erneut zum Expertentreffen

Dr. Anna Jacobi

absolute Ceramics hat wiederholt zum Expertenmeeting eingeladen. Nach dem erfolgreichen Treffen im März 2009 im Rahmen der IDS in Köln trafen sich diesmal die Keramikexperten Dr. Uwe Blunck (Berlin), Prof. Dr. Roland Frankenberger (Erlangen), Dr. Jan Hajtó (München), Dr. Gernot Mörig (Düsseldorf) und Prof. Dr. Lothar Pröbster (Wiesbaden) in München. Im Mittelpunkt standen Themen rund um die Vollkeramik und insbesondere der CAD/CAM Technologie.

So wurde diskutiert, wie passgenau ein Keramikinlay sein muss bzw. ob eine mangelnde Passung für einen Misserfolg von vollkeramischen Inlays/Teilkronen verantwortlich sein kann. Nach allgemeiner Meinung liegt die Problematik bei Keramikinlays und -Teilkronen in der klinischen Praxis jedoch weniger in einer mangelnden Passung, als vielmehr im Handling des Zahnarztes – begonnen bei der Indikationsstellung, über die Präparation hin zur Eingliederung bedarf es beim Einsatz von Vollkeramik eine konsequente Einhaltung der Richtlinien, wie sie durch das Standardprotokoll zur adhäsiven Befestigung silikatkeramischer Restaurationen und Präparationsanleitungen bereits durch die Experten definiert worden sind. Dennoch sollte die Klebefuge bei max. 200µm liegen, da ab diesem Wert die Gefahr der Unterschussbildung bei der Befestigung wächst - bei hochviskösem Komposit durch ein Herausziehen des Materials durch den Zahnarzt bei der Überschussentfernung, bei niedrigviskösem Komposit durch ein Herausfließen des Materials.

Angeregt durch die neuesten Ergebnisse eines zyklischen Ermüdungstest verschiedener Vollkeramiken von Güss et al. an der New York University (03/2009), bei dem die Lithiumdisilikatkeramik IPS e.max® CAD (Ivoclar Vivadent), als stabilste Keramik getestet wurde, stellte sich in der Expertenrunde die Frage, ob in der klinischen Anwendung dieses Material einer Glaskeramik generell vorgezogen werden sollte. Gerade die hohe initiale Biegefestigkeit von 360 MPa scheint den Einsatz nicht für Teilkronen sondern auch für Inlays als Standard zu rechtfertigen.

Aufgrund vielfachen Anfragen aus dem Anwenderkreis von absolute Ceramics stand als letztes Thema die Befestigung von Zirkonoxidkronen, hier insbesondere die der Infix®-Krone, zur Diskussion. Als Konsens konnte hier die Empfehlung ausgesprochen werden, Zirkonrestaurationen und somit auch die Infix®-Krone nach Möglichkeit konventionell mit einem Glasionomerzement einzugliedern. Die adhäsive Befestigung zieht ihren Erfolg aus dem Verbund mit dem Schmelz. Bei einer Vollkronenpräparation ist jedoch meist kein Schmelz mehr vorhanden. Die adhäsive Befestigung von planen Teilkronen funktioniert daher besser als bei Vollkronen, da hier das Schmelzangebot größer ist. Die Meinung, bei einer extrem konischen Vollkronenpräparation durch eine adhäsive Befestigung einen dauerhaften Verbund zu erzielen, ist daher so nicht haltbar. Eine retentive Präparation ist also auch bei Zirkonoxidkronen immens wichtig.